Tagungsbericht von der Euregio-Fachtagung „Echt männlich?! Jungen*Männer*Gleichstellung“

© Stefan Becker, LAG Jungen*- und Männer*arbeit Bayern

Am 23.10.2025 fand in Bregenz die 1. Internationale Euregio-Fachtagung „Echt männlich?! Jungen*Männer*Gleichstellung“ statt. 

Insgesamt nahmen rund 100 Menschen aller Geschlechtsidentitäten aus verschiedenen Ländern an der Fachtagung teil. Zwei Fachvorträge, vier praxisbezogene Workshops, intensive Diskussionen sowie kollegiale Fachgespräche und Begegnungen prägten den Fachtag im Bregenzer vorarlberg museum.

© Stefan Becker, LAG Jungen*- und Männer*arbeit Bayern

Die Euregio-Fachtagung diskutierte männlichkeits*orientierte Gleichstellungsperspektiven, Caring Masculinities und die Bedeutung und Wirkung verschiedener Männlichkeit*enkonzepte. Fachvorträge hielten Markus Theunert aus der Schweiz zum Thema „Warum Männer Geschlechterpolitik brauchen – und was sie davon haben und
Elli Scambor aus Österreich, sie zeichnete einen Weg „Von I DONT CARE zu I CARE“ und arbeitete die Bedeutung sorgender Männlichkeiten heraus.

Joel Wardenga aus Deutschland referierte Erfahrungen aus dem „Projekt Männlichkeiten 2.1“ , das neue Ansätze in der Arbeit mit Jungen* und Männern* erforscht. Außerdem boten Michael Schirmer aus Baden-Württemberg und Bernhard Dünser aus Vorarlberg einen gemeinsam gestalteten Reflexionsraum für den Austausch von Praxiserfahrungen in der Jungen*- und Männer*arbeit.

Alle Workshop-Bilder: © Stefan Becker, LAG Jungen*- und Männer*arbeit Bayern

An der 1. Internationalen Euregio-Fachtagung nahmen Fachkräfte aus den Bereichen Soziales, Jugendarbeit, Pädagogik, Psychologie, Fach- und Hochschulen, Verwaltung, Justiz, Polizei, Bildung, Gesundheit, Suchtprävention, Politik sowie alle Personen, die sich für Gleichstellungsarbeit und -politik einsetzen, teil. Sie kamen aus Deutschland, Liechtenstein, der Schweiz, Österreich und Luxemburg.

Die internationale Crew der Euregio-Fachtagung mit dem Bregenzer Bürgermeister Michael Ritsch (Mitte), © Udo Mittelberger

Die Euregio-Fachtagung wurde von einem internationalen Arbeitsbündnis veranstaltet, dem die Landesarbeitsgemeinschaft Jungen*- und Männer*arbeit Bayern, die Fachstelle MANRESA für Jungenpädagogik der Diözese Augsburg, die Landesarbeitsgemeinschaft Jungen*- und Männer*arbeit Baden-Württemberg, die Fachbereiche Frauen & Gleichstellung sowie LGBTIQ+ der Landeshauptstadt Bregenz, die Männerberatung des Ehe- und Familienzentrums Vorarlberg in Feldkirch, die Männer*beratung des Cafés am Waldrand in Hittisau, der Verein Jungen*- und Männer*fragen Bregenz, der Verein Männerfragen Liechtenstein, das Projekt OhBoy* Zürich sowie der Schweizer Männerdachverband maenner.ch angehören.

Stefan Becker, LAG Jungen*- und Männer*arbeit Bayern



1. Internationale Euregio-Fachtagung. „Echt männlich?! Jungen*Männer*Gleichstellung“

Im Fokus der Tagung stehen die Themenfelder männer*orientierte Gleichstellungsperspektiven, Caring Masculinities und Männlichkeiten 2.1.

Vorträge und Workshops bieten Markus Theunert (CH), Elli Scambor (A), Joel Wardenga (D) sowie Bernhard Dünser (A) und Michael Schirmer (D). Neben den Vorträgen und Workshops geht es an diesem Fachtag auch um Praxistransfer und kollegiale Praxisreflexion.

Die Tagung richtet sich an Fachkräfte in den Bereichen Soziales, Jugendarbeit, Pädagogik, Psychologie, Fach- und Hochschulen, Justiz, Polizei, Bildung, Gesundheit, Sucht, Politik sowie an alle Personen, die sich für Gleichstellungsarbeit und -politik interessieren. Teilnehmende aller Geschlechter sind willkommen.

Die Fachtagung wird von einem internationalen Arbeitsbündnis veranstaltet, das sich zusammensetzt aus der Landesarbeitsgemeinschaft Jungen*- und Männer*arbeit Bayern, der Fachstelle MANRESA für Jungenpädagogik der Diözese Augsburg, der Landesarbeitsgemeinschaft Jungen*- und Männer*arbeit Baden-Württemberg, der Dienststelle Frauen, Gleichstellung, LGBTIQ+ und Zusammenleben der Landeshauptstadt Bregenz, dem Verein Jungen*- und Männer*fragen Bregenz, der Männer*beratung des Ehe- und Familienzentrums Vorarlberg in Feldkirch, der Männer*beratung des Cafe’s am Waldrand in Hittisau, dem Verein Männerfragen Liechtenstein, dem Projekt OhBoy Zürich sowie dem Schweizer Männerdachverband maenner.ch.

Das Tagungsbüro der Euregio-Fachtagung erreichen Sie unter: gleichstellung(at)bregenz.at
Ihre Ansprechpartner:innen sind: Stefan Becker, Marie-Therese Zanon und Amrei Smeritschnig.

LAG ist dem Bündnis „Gemeinsam gegen Sexismus“ beigetreten

Die LAG Jungen*- und Männer*arbeit Bayern e.V.  hat im März 2024 die Erklärung “Gemeinsam gegen Sexismus und sexuelle Belästigung“ unterzeichnet. Wir positionieren uns damit als fachpolitische Vertretung für Jungen* und Männer* in Bayern klar gegen Sexismus und sexuelle Belästigung und die damit verbundene Be- und Abwertung anderer Menschen.

Ziel des Bündnisses ist es, Sexismus und sexuelle Belästigung zu erkennen, hinzusehen und zu zeigen, wie wir ihm gemeinsam entgegenwirken können. Die Vision des Bündnisses ist eine Gesellschaft, in der wirksame Maßnahmen in ihrer ganzen Breite ergriffen und zur Handlungsorientierung in den unterschiedlichsten gesellschaftlichen Bereichen und in allen Organisationen werden. Das lässt sich nur mit einer starken und gesellschaftlich breit verankerten Allianz unterschiedlichster Akteure erreichen.

Weitere Informationen zum Bündnis „Gemeinsam gegen Sexismus“ finden Sie hier:

 https://www.gemeinsam-gegen-sexismus.de/

Infoportal „Männer stärken – Wege aus der Krise“

Männer* sterben deutlich häufiger durch einen Suizid als Frauen*, gleichzeitig nehmen sie seltener Hilfsangebote in Anspruch und werden seltener als gefährdet erkannt. Bisher fehlten in Deutschland suizidpräventive Ansätze, die direkt Männer* ansprechen, ihre Lebenssituation und ihre spezifischen Risikofaktoren berücksichtigen. 

Der Forschungsverbund MEN-ACCESS – Suizidprävention für Männer, bestehend aus Universität Leipzig, Medical School Berlin und Universität Bielefeld hat eine informative Website für Männer*entwickelt. Dort werden Hilfsangebote aufgezeigt und Wege in Hilfe geebnet – um Suizide von Männer* zu verhindern. 

www.maenner-staerken.de


Ebenso gibt es Hilfen für Angehörige von Männern* in einer Krise auf einem eigenen Info-Portal:

https://hilfe-fuer-angehoerige.de/hilfsangebote/


In Bayern können sich Männer* bei Suizidgedanken u.a. an die folgenden Anlauf- und Beratungsstellen wenden und dort Hilfe finden:

„Die Arche“; München

https://die-arche.de

Arbeitsgemeinschaft Suizidprävention, Augsburg

https://suizidpraevention-augsburg.de

Krisendienst Mittelfranken, Nürnberg

https://kdmfr.de/krisendienst-mittelfranken/


Am 10. September jeden Jahres gibt es beim Welttag der Suizidprävention Informationen und Aktionen, um aktiv zu werden und Hoffnung zu schaffen. Mehr Informationen dazu finden Sie hier:

https://www.welttag-suizidprävention.de

Jungen*- und Männer*politische Forderungen zur Landtagswahl 2023 in Bayern

Gleichstellungspolitische Impulse der LAG Jungen*- und Männer*arbeit Bayern

Der Vorstand und die Mitglieder der LAG Jungen*- und Männer*arbeit Bayern e.V. engagieren sich seit 2018 für mehr Geschlechtergerechtigkeit und eine zeitgemäße Gleichstellungspolitik in Bayern.

Für die Gleichstellung aller Geschlechter und eine besser ausgestaltete Geschlechtergerechtigkeit im Freistaat Bayern ist es unabdingbar, auch die Belange und die Bedarfe von Jungen* und Männern* in ihrer Vielfältigkeit in den Blick zu nehmen. Jungen* und Männer* müssen als Adressaten und Akteure von Gleichstellungspolitik und Gleichstellungsarbeit wahrgenommen, angesprochen und einbezogen werden. Dafür ist ein Auf- und Ausbau geschlechtergerechter Strukturen in Bayern erforderlich.

Für eine innovative und geschlechtergerechte Gleichstellungspolitik und damit auch für eine sichtbare, tatsächliche und gerechte Jungen*- und Männer*politik in Bayern fordern wir daher für das Regierungsprogramm 2023 – 2028 folgende sieben Punkte: 

1. eine Landesfachstelle Jungen*- und Männer*arbeit für Bayern einzurichten, die Bedarfe aufgreift, bündelt, fachliche Unterstützung anbietet. 

2. Männer*gewaltschutz: Etablierung von geschützten Unterkünften für männliche Opfer von häuslicher, sexualisierter und öffentlicher Gewalt sowie Stalking und deren Kinder in Bayern in Zusammenarbeit mit der Männer*beratung, den Männer*Schutzwohnungen und anderen Organisationen mit männer*spezifischer Fachexpertise.

3. die Arbeit mit Vätern* kontinuierlich zu entwickeln und die Herausforderungen von Vätern* dezidiert in den Blick zu nehmen. Eine Ansprechstelle für Väter* in Bayern soll eingerichtet werden.

4. Beratungsangebote für Jungen* und Männer* flächendeckend ausbauen
In zwei „Modellprojekten Männer*beratung“ in Nord- und Südbayern sollen passgenaue Angebote erprobt werden, insbesondere auch im ländlichen Raum.

5. Jungen*- und Männer*gesundheit verstärkt ausbauen und geeignete Angebote zu entwickeln und entsprechende Projekte zu fördern.

6. Lokale (in den Kommunen) und regionale (in den Regierungsbezirken) Ansprechpartner für Jungen*- und Männer* in ganz Bayern, die deren Belange und Bedarfe in ihrer Breite und Vielfalt bearbeiten

7. einen Bayerischen Aktionsplan für die Belange und Bedarfe queerer Jungen* und Männer* und anderer Bürger*innen der LSBTIQ* Communities in Bayern. Er soll Maßnahmen und Zielstellungen beinhalten, wie ein diskriminierungsfreies und selbstbestimmtes freies Leben für LSBTIQ* in Bayern möglich wird


Detaillierte Ausführungen zu den Forderungen der LAG lesen Sie hier im Positionspapier der LAG:

Männerpolitische Positionen der LAG

Die Landesarbeitsgemeinschaft Jungen*- und Männer*arbeit Bayern e.V. (LAG) setzt sich auf der Grundlage ihrer Visionen und Ziele für eine geschlechtergerechte und geschlechterbewusste Jungen*-, Männer*- und Gleichstellungsarbeit ein. Die LAG vertritt dabei bewusst parteilich aber auch stets offen für den geschlechtergerechten Diskurs die Themen und Interessen von Jungen* und Männern*.

Die LAG ist Lobby und Sprachrohr für Jungen*, Männer* und Väter* in Bayern und will mit ihrer Arbeit und den verabschiedeten Positionierungen Politik und Öffentlichkeit für Jungen*- und Männer*arbeit sensibilisieren.

Wir setzen uns ein für:

• die Förderung vielfältiger Geschlechterrollen für Jungen* und Männer*


• eine fachlich qualifizierte Jungen*-, Männer*- und Väter*arbeit in ganz Bayern


• bayernweite Angebote von Männer*beratung


• Vernetzung und Austausch zu Aspekten der Jungen*- und Männer*arbeit


• die Entwicklung von spezifischen Angeboten der Fort- und Weiterbildung
für die Jungen*- und Männer*arbeit

• Männer*- und Familienleben ohne Gewalt


• Jungen*- und Männer*gesundheit


• die Chancengleichheit und Gleichberechtigung aller Geschlechter


Lesen Sie hier die gesamten Männerpolitischen Positionen der LAG:

Mecklenburg-Vorpommern unterstützt als 4. Bundesland das bundesweite Männer*-Hilfetelefon

Das Ministerium für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz Mecklenburg-Vorpommern unterstützt nun auch das bundesweite Männer*-Beratungstelefon.

Unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 123 99 00 sowie auf der Webseite www.maennerhilftelefon.de wird männlichen* Opfern von häuslicher oder sexualisierter Gewalt Hilfe angeboten. Gestartet wurde das Hilfetelefon für Männer* im Jahr 2020 in Nordrhein- Westfalen und Bayern. Im Jahr 2021 hatte sich Baden-Württemberg angeschlossen, inzwischen ist nun auch Mecklenburg-Vorpommern als 4. Bundesland dazugestossen. Es ist eine erfreuliche Entwicklung, dass immer mehr Bundesländer die Situation gewaltbetroffener Männer* im Rahmen ihrer Gleichstellungspolitik für alle Geschlechter wahrnehmen und geeignete Informations- und Unterstützungsangebote einrichten und bereits bestehende Hilfestrukturen mit auszubauen helfen.

1 Jahr LSBTIQ-Netzwerk Bayern

Bei einer vom Bayerischen Sozialministerium durchgeführten Denkwerkstatt zum LSBTIQ-Netzwerk tauschten sich am 24.10.2022 bestehende Beratungsprojekte in Bayern, Fachverbände, ehrenamtliche Initiativen, Gruppen und Organisationen im Bereich LSBTIQ sowie Fachkräfte verschiedener Hilfesysteme und der Freien Wohlfahrtspflege fachlich aus und vernetzten sich untereinander. Kernstück des Netzwerks sind staatlich geförderte Projekte zur Beratungs- und Unterstützungsstruktur für LSBTIQ mit ihren Trägern. In 2022 konnten die Förderungen der Projekte auf 700.000 Euro aufgestockt werden.

Eine kleine Filmdokumentation zeigt auf YouTube Impressionen aus der bunten Denkwerkstatt: